Unter dem Schatten des Maulbeerbaums von Myrivilis:
In Skala Skamias bleibt die Zeit stehen
An der Nordküste von Lesbos gibt es einen kleinen Hafen, in dem Fischerkähne geräuschlos gleiten: Skala Skamias.
Hier fließt das Leben langsam; das Geräusch des Winds, der Rhythmus der Wellen und das Klingeln kleiner Teeteller vermischen sich miteinander.
Und im Zentrum dieser Szenerie steht ein Maulbeerbaum — seit Hunderten von Jahren…
Manche nennen ihn „Myrivilis’ Maulbeerbaum“, andere „der Geschichtsbäum“.
Stratis Myrivilis und die Geschichte des Maulbeerbaums
Der richtige Name von Efstratios Stamatopoulos, Stratis Myrivilis, wurde 1890 in Skala Sykamineas geboren.
Er zählt zu den bedeutendsten griechischen Schriftstellern, der die Geschichten der Menschen an den beiden Ufern der Ägäis, die Wunden des Krieges und die Seele der Fischerdörfer festhielt.
Seine herausragenden Werke sind:
- Vasilis Arvanitis
- Life in the Tomb
- The Mermaid Madonna (Panagia Gorgona)
Der Legende nach schrieb Myrivilis, während er in seinem Haus nahe am Strand in Skala Skamias lebte, seine Texte im Schatten dieses Maulbeerbaums.
Heute steht er noch immer am selben Ort; seine Wurzeln reichen bis ins Meer, und sein Stamm duftet nach Literatur.
„Mouria tou Myrivilis“ – Die Taverne unter dem Baum
Direkt über dem Hafen befindet sich die Taverne Η Μουριά του Μυριβήλη (Mouria tou Myrivilis), die ihren Namen sowohl vom Maulbeerbaum als auch vom Autor erhalten hat.
Sobald du an einem ihrer Tische Platz nimmst:
- Fischer, die ihre Netze im Hafen reparieren
- Die Glocke der entfernten kleinen Kapelle
- Der Duft von frisch gebratenem Tintenfisch
- Das Geräusch einer leichten Brise
alles vereinigt sich; das ist der Geist von Skala Skamias.
Das Menü ist einfach, aber charakteristisch:
- Frischer Dorade, Seebarsch, Tintenfisch
- Muscheln in Tomatensauce saganaki
- Salziger Graviera-Käse
- Nebenbei ein Glas Ouzo…
Die Kellner sagen oft denselben Satz:
„Hier hat er geschrieben, mein Herr.“
Der Moment, in dem die Zeit in Skala Skamias stehen bleibt
Wenn die Dämmerung naht, verwandeln sich die Farben des Dorfes in goldene und violette Töne.
Fischerboot-Motoren gleiten leise in den Hafen, das letzte Licht filtert durch die Blätter des Maulbeerbaums.
In diesem Moment scheint es, als wäre Myrivilis immer noch dort; er beobachtet die Geschichte des Dorfes.
Dieser Ort ist nicht nur ein Dorf:
Er ist das Gedächtnis der Ägäis.
Ein paar Ratschläge für Besucher
- Kommen Sie früh: Die Tische unter dem Maulbeerbaum sind schnell besetzt.
- Besuchen Sie die Panagia Gorgona Kapelle – der Ort, der Myrivilis’ berühmtem Werk Inspiration gab.
- Nehmen Sie ein kleines Notizbuch mit.
- Vielleicht schreiben Sie in diesem Moment auch ein paar Zeilen…
Letzte Worte
Myrivilis sagt:
„Der Wind der Ägäis bringt manchmal eine Geschichte, manchmal eine Erinnerung.“
Wenn Sie in Skala Skamias im Schatten des Maulbeerbaums sitzen, werden Sie das verstehen.
Es gibt weder Vergangenheit noch Zukunft…
Nur das Meer, der Maulbeerbaum und Sie.
Und der Geist der Literatur ist immer noch dort.